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J. R. R. Tolkien im Portrait
John Ronald Reuel Tolkien kommt am 03.01.1892 als Sohn englischer Kolonisten in Südafrika zur Welt. Väterlicherseits blickt die Familie auf deutsche Vorfahren aus Sachsen zurück, was, laut dem späteren Professor für angelsächsische Sprachen, jedoch nichts mit seiner Faszination an deutschen Sagen und Mythen zu tun hat.
Seine Mutter Mabel, eine streng gläubige Katholikin prägt das Leben Tolkiens, der selbst einen deutlichen Hang zu Spiritualität und Frömmigkeit entwickelt. Sie kehrt mit Tolkien nach England zurück, weil sie das afrikanische Klima nicht verträgt. Ein Tarantelbiss des kleinen Jungen kann für das Auftreten von giftigen Riesenspinnen in seinen späteren Werken als prägend angesehen werden. Die Mutter stirbt, als er zwölf Jahre alt ist an Diabetes.
Die Irrwege der jungen deutschen Literatur

Bei Erscheinen oft gehypt und bejubelt, nach einer Weile aber meist entweder verrissen oder von den Feuilletonseiten verdrängt. Doch wirklich verdrängt? Oder freiwillig aus dem ungnädigen Rampenlicht getreten, um sich im Stillen über den Erfolg ihrer Romane zu freuen?
Wir haben bei ein paar Autoren recherchiert, wie es ihnen nach ihren gelobten Debütromanen erging:
Das Bildnis des Oscar Wilde
Oscar Wilde sagte eins, dass eine Idee, die nicht gefährlich ist, es nicht wert sei, Idee genannt zu werden. Und tatsächlich sollte Mr Wilde am Ende sein Mut zum Verhängnis werden.
Geboren 1854 in Irland als Sohn eines Arztes und einer Lyrikerin, studierte Oscar Wilde klassische Literatur am renommierten Trinity College in Dublin. Während seines Studiums widmete er sich vor allem griechischer Literatur und erhielt auf Grund seines außergewöhnlichen Erfolgs ein Stipendium für das Magdalen College in Oxford, wo er seine Studien zur klassischen griechischen Literatur vertiefte. Während dieser Zeit wurde er nicht nur, seinem Vater folgend, zum Freimaurer, er gewann auch seine erste literarische Auszeichnung für sein Gedicht 'Ravenna'.
Mr. Cinderella
Es sei eine Aschenputtelgeschichte, schrieb die New York Times über Paul Hardings Pulitzerpreisgewinn. Und eine Aschenputtelgeschichte ist es in der Tat. Beinahe drei Jahre lang verstaubte das Manuskript zu „Tinkers“ in einer Schreibtischschublade. Niemand wolle solch ein ruhiges, nachdenkliches Buch lesen, argumentierten unzählige Verlage ihre Absage an Harding. Wo die Autorennen seien, fragten sie ihn. Autorennen findet man tatsächlich nicht in der Geschichte, die Harding den Pulitzer Preis des Jahres 2010 sicherte und damit beginnt, dass ein Mann im Sterben liegt.
Die magische Geschichte um Harrys Erfinderin
„No story lives unless someone wants to listen.”
Passend zum Erscheinen des letzten Harry-Potter-Films geht es diesen Monat um eine der wohl berühmtesten (Miss-)Erfolgsgeschichten der Gegenwart. Zwar war J. K. Rowling nie tatsächlich Tellerwäscherin, dafür ist sie heute jedoch nicht nur Millionärin, sondern zumindest in amerikanischen Dollars gemessen sogar Milliardärin - und reicher als die Queen. Viele Misserfolge musste sie verschmerzen und überwinden, um schließlich einen britischen Verdienstorden zu erhalten, Millionen Fans weltweit mit dem Harry-Potter-Franchise zu begeistern und die reichste aller Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu werden.
D. H. Lawrence: Wie es sich so lebt als verkannter Visionär
Der Schriftsteller D. H. Lawrence gilt heutzutage als eine der wichtigsten Figuren der britischen Moderne. Literaturkritiker sind sich stets uneinig, welcher seiner drei wohl berühmtesten Romane nun der beste sei - „Sons and Lovers”, „Women in Love”, oder doch der skandalträchtige „Lady Chatterley's Lover”. Doch die meiste Anerkennung für sein Lebenswerk kam für David Herbert Lawrence reichlich spät, denn zu Lebzeiten war die seine eine wahre Misserfolgsgeschichte.
Die Schöne und Verdammte
Zelda Sayre Fitzgerald und Francis Scott Fitzgerald sind nicht nur literarische Bedeutsamkeiten, aber kennzeichnen auch gleichzeitig einen sozio-kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Umbruch. Das scheinbare Traumpaar, das die in den U.S.A. entstehende Konsumgesellschaft – betitelt mit Schlagworten wie „roaring twenties“, „Jazz Age“ und „Flapperkultur“ – verkörpert, in vollen Zügen und Exzessen auslebt und letzten Endes in ihrem auch selbstinszenierten Medienwirbel am „American way of life“ scheitert. Der Fall von Zelda Fitzgerald stellt dabei wohl die eigentliche Misserfolgsgeschichte dar, da sie in ihrem Streben nach Selbstverwirklichung im Schatten des „großen Gatsby“ unterging, ihrem Mann F. Scott Fitzgerald, der problemlos seine Weltberühmtheit auch posthum mit seiner Literatur sicherte. Zelda Fitzgeralds große Liebe war ihre künstlerische Nemesis.
Politisches Versteckspiel und Engagement – Seghers Gespür für Möglichkeit und Ausweg
Selbst einige Experten würden das Leben Anna Seghers’ wohl als eine der größten Erfolgsgeschichten überhaupt betiteln: Die deutsche Schriftstellerin entkam den Nazis, war 26 Jahre lang Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR und noch heute sind ihre Werke in jedem Buchladen vertreten. Doch Anna Seghers Schriftstellertum ist eine Erfolgsgeschichte der etwas anderen Art: Das Werk der Autorin ist zwar weltbekannt, zeugt jedoch von der Intoleranz, die der Jüdin und Kommunistin lange Zeit entgegen gebracht wurde und lässt Gefühle der Heimatlosigkeit, der Unsicherheit sowie der Orientierungslosigkeit im Exil erahnen. Auch weiß man heute, dass Anna Seghers Schaffensphase in der DDR aufgrund ihrer Parteizugehörigkeit von Zwängen und Erwartungsdruck beherrscht war.
Bis(s) an die Spitze
Die Erfolgsgeschichte von Amanda Hocking kann man ohne Zweifel als einzigartig beschreiben. Die Sechsundzwanzigjährige, ehemalige Altenpflegerin aus einer Kleinstadt in Minnesota schreibt seit sie siebzehn Jahre alt ist. Sie sandte die Ergebnisse an Verlage, acht Jahre lang. Keiner von ihnen erklärte sich bereit ihre Geschichten zu veröffentlichen, also beschloss Hocking im Selbstverlag zu publizieren. Anfang 2010 veröffentlichte sie ihr erstes Werk, als eBook im Kindle Store von Amazon. Vier Monate später kündigt sie ihren Job, zehn Monates später ist sie Millionärin und führt die online-Bestsellerlisten an. Mittlerweile verkauft sie monatlich etwa 10000 Exemplare und streicht 70% des Gewinns ein – ein konventioneller Vertrag mit einem Verlag würde sich an diesen Tatsachen gemessen, kaum rechnen. Ein Entwurf des American Dream in Zeiten von Twitter und Facebook.
„Die Deutschen thun nicht viel, aber sie schreiben desto mehr…“
"Die Deutschen thun nicht viel, aber sie schreiben desto mehr. [...] Das sinnige deutsche Volk liebt es zu denken und zu dichten, und zum Schreiben hat es immer Zeit. Es hat sich die Buchdruckerkunst selbst erfunden, und nun arbeitet es unermüdlich an der großen Maschine. [...] Was wir auch in der einen Hand haben mögen, in der andern haben wir gewiß immer ein Buch."
Nicht umsonst wurde Wolfgang Menzels Zitat von den Deutschen als Volk der Dichter und Denker zum geflügelten Wort. Ist Deutschland auch als kühl und pedantisch verrufen, Effizienz und Organisiertheit seiner Bewohner bestreiten die wenigsten. Vielleicht sind dies Gründe für ihren literarischen Erfolg? Fest steht jedenfalls, dass Ausländer bei ihrer Antwort auf die Frage, was denn eigentlich typisch deutsch sei, mittlerweile häufig den Nationalsozialismus außen vor lassen und sich stattdessen auf literarische Größen wie Goethe und Schiller besinnen. Die Anerkennung, die den Deutschen auf dem Gebiet der Literatur zuteil wird, spiegelt sich aber vor allem in den deutschen Literaturnobelpreisträgern.
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