50. Todestag Ernest Hemingways
Vor 50 Jahren nahm sich Ernest Hemingway mit 61 Jahren in Ketchum (Idoha) mit einer Shotgun das Leben. 1954 wurde er mit dem Literaturnobelpreis für seinen Roman "Der alte Mann und das Meer" ausgezeichnet, der beispielhaft für die Hemmingway'sche Fasson steht. Themen wie Männlichkeit, Tapferkeit, Treue und der ständige Kampf gepaart mit einem reduktionistischen Schreibstil.
Geboren am 21. Juli 1899 in Oak Land (Illinois), begann Ernest Hemingway nach der Schule sein Schreiberdasein als Reporter, wo er lernte: "Use short sentences. Use short first paragraphs. Use vigorous English. Be positive, not negative." 1918 meldete er sich freiwillig für den sanitären Dienst im Ersten Weltkrieg, wo er schon bald verwundet wurde. Diese Erfahrungen manifestierte er 1929 in dem halb-autobiografischen Literaturstück In einem andern Land ("Farewell to Arms").
In den zwanziger Jahren reiste er viel und traf im Kulturmagneten Paris auf Bekanntheiten wie Gertrude Stein, James Joyce oder Pablo Picasso. Er hatte eine hohe Affinität zu Europa und entdeckte eine Faszination für den Sport des Stierkampfes. Mit Stein prägte er den Begriff der nachkriegszeitlichen "Lost Generation", in die auch Zelda und F Scott Fitzgerald einzuordnen sind. Letzterer war gleichzeitig Freund und Konkurrent Hemingways. So soll sich Fitzgerald in einer öffentlichen Toilette vor Hemingway entblöst haben, weil er befürchtete, seine Frau nicht zufrieden stellen zu können (Hemingway beruhigte ihn).
1937 wurde er Kriegsberichterstatter für den Spanischen Bürgerkrieg, was er in einem Dokumentarfilm festhielt. Höhepunkt seiner Karriere wurde "Der alte Mann und das Meer", für das er den Pulitzer-Preis sowie den Literaturnobelpreis erhielt. Er war jetzt eine Weltberühmtheit und verkörperte die Literatur des 20. Jahrhunderts.
Ohne Frage spiegeln Hemingways Werke seine eigenen Lebenserfahrungen wider. Deshalb liest sich seine Bibliographie wie eine Chronik mit Betitelungen seiner einzelnen Lebensabschnitte. Hemingways Leitmaxime war die Iceberg Theory. Wie ein Eisberg, der nur ein Achtel von sich über der Wasseroberfläche zeigt und in Wirklichkeit sieben Achtel seines Wahren Wesens versteckt, so muss auch der Schriftsteller, der sein Handwerk versteht, keine Details und Ausschmückungen beim Schreiben nutzen, sondern kann mit wenigen Worten lakonisch, sparsam und schlicht schreiben. Denn wahre Größe zeige sich im Subtext und Gefühle würden sich auch im Nichtgesagten übertragen lassen.
Hemingway, genannt "Papa" lebte dafür als Held vor der Welt zu stehen. Ein ausgelassener Mann der Taten, Stierkämpfer, Tiefseefischer, Revolverheld und Kriegsveteran, der von echten Männern verehrt wurde. Jedoch litt er unter Bipolarität und Depressionen, trank sich zu Grunde und verletzte sich zum Ende seines Lebens hin immer wieder selbst in "Unfällen". Diese Selbstzerstörung treibte ihn bis in den Suizid. Hemingway lebt als literarische Legende weiter, war am Ende des Tages jedoch auch nur ein Mensch.

weiterführende Links:
Ein Video in Gedenken an Ernest Hemingway und Hemingways Literaturnobelpreisrede.

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