In Sachen Joseph
Vorneweg: als ich Husch Jostens „In Sachen Joseph“ in die Hände nahm, wusste ich nichts über den Roman, der 2011 im bup Verlag erschienen ist – und das war auch gut so. Wer das Buch genießen möchte, sollte sich im Vorfeld nicht zu viel informieren, denn sonst verfliegt recht schnell die Spannung. Da die Pressemitteilung zum Buch an mir vorbei ging, konnte ich mich dem Roman allerdings ganz unvoreingenommen hingeben.Protagonistin ist die Bibliothekarin Helen. Zweimal träumt sie den Tod ihres Sandkastenfreundes Joseph so real, dass sie es für eine Weissagung hält. Sie beginnt, Josephs Leben zu ordnen, oder versucht es zumindest und ist dabei mal mehr, mal weniger erfolgreich. Im eigenen Leben herrscht jedoch auch Chaos pur: ihr alternder Vater, ein junger Verehrer und seltsame Bekanntschaften sorgen für Furore. Da ist es gar nicht so einfach für Helen, einen kühlen Kopf zu bewahren.
Da das Buch – ähnlich wie im Film „The Sixth Sense“ – vom Ende lebt, möchte ich vom Inhalt gar nicht mehr verraten und rate allen interessierten Lesern, die Finger von Google zu lassen. Jostens Schreibstil ist sehr blumig, bunt, reich an Details und doch recht einfach zu lesen. Es gibt keine überlangen Nebensatzkonstruktionen, dafür aber lebhafte Bilder, was das Werk zu einer netten Unterhaltung für Zwischendurch macht.
An machen Stellen war mir der Roman zu komplex und ich dachte, ich käme in den Personengeflechten nicht länger mit, doch das Ende ließ alle Zweifel am Roman verfliegen. Es musste so sein. So und nicht anders.
