Buchtipp der Woche: Stille über dem Schnee

 

„Stille über dem Schnee“ ist ein Buch, das alle Punkte erfüllt, die man sich von einem guten Roman erhofft: Spannung, Tragik aber auch Einfühlungsvermögen und sprachliches Talent. Anita Shreves Werk spielt im tiefsten Winter und handelt von Liebe, gegenseitigem Vertrauen und Familientragödien. 

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der heute 30-jährigen Nikki Dillon, die zum Zeitpunkt des Geschehens gerade einmal zwölf Jahre alt ist. Eines Tages findet sie bei einem Spaziergang mit ihrem Vater Robert ein Neugeborenes, das mitten im kalten Winter im zugeschneiten Wald ausgesetzt wurde. Das Baby kann gerettet werden und die Suche nach der Mutter beginnt. Nur wenige Tage nach dem Vorfall erscheint eine Frau bei den Dillons, die behauptet, sie wolle Möbel bei Robert kaufen. Diese Lüge wird von Nikki und ihrem Vater jedoch schnell aufgedeckt und es stellt sich heraus, dass die junge Frau namens Charlotte die Mutter des ausgesetzten Kindes ist. Widerwillig lässt Robert sie bei sich wohnen. Nikki allerdings schließt Charlotte sofort ins Herz und freundet sich mit ihr an. Gegenseitig vertrauen sie sich ihre schlimmen Schicksalsschläge an, Nikki Charlotte den Tod ihrer geliebten Mutter und kleinen Schwester und Charlotte der kleinen Nikki die ungewollte Schwangerschaft und den Verlust ihres Kindes. Jeder für sich versucht, sein Schicksal aufzuarbeiten, doch Zeit dafür ist nur wenig, denn die Polizei ist Charlotte auf den Fersen und Robert und Nikki sind tief in den Fall verstrickt ...