10 Keksdosenfragen an Tube Tobias Herre
Tobias Herre, besser bekannt unter dem Namen “Tube”, ist Surfpoet und Mitbegründer einer der bekanntesten Lesebühnen Berlins, der “Lesebühne LSD” (für alle, die jetzt verwirrt sind: LSD steht für “Liebe statt Drogen”), die schon seit 1997 existiert und auf der 5 Künstler allwöchentlich ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Um mal einen tieferen Einblick in die sprudelnde Fantasie dieses Programmierers, Poeten und Präsentators zu bekommen, haben wir ihm mal unserer Keksdose unter die Nase gehalten.
Welche Romanfigur wärst du gerne?
Liest du noch Tageszeitungen?
Wie darf ich die Frage verstehen? Pullerst du noch ein? Malst du noch über? Isst du schon Oliven? Ich habe noch nie regelmäßig Tageszeitungen gelesen. Aber hin und wieder passiert mir das. Ich bin noch nicht aus dem Alter raus.
Was macht dich wütend?
Wenn ich mit der Maus auf dem Schreibtisch versehentlich gegen die Computertastatur stoße, dadurch den linken Mausknopf drücke und ungewollt auf ein Werbebanner klicke. Das macht mich wütend, weil es mich an die allgemeinen Missstände in unserer Gesellschaft erinnert, deren Teil ich bin: Sinnlose Produkte, die auf Teufel komm raus verkauft werden müssen. Und egal, wofür die angeklickte Werbung dann ist, ich kaufe sowieso nichts, nicht einmal einen größeren Schreibtisch. Durch die Werbung verliere ich nur Zeit.
Was liest du gerade?
Flan O’Brian, Der Dritte Polizist.
Was machst du Freitag abends am liebsten?
Wenn ich nicht etwas ganz Besonderes mache, dann schaue ich am liebsten Wer Wird Millionär.
Welches Buch hättest du gerne geschrieben?
Der kleine Hobbit. Ich habe das Buch zwar nie gelesen, ich werde es wohl auch nie lesen, ich hätte es nur gern geschrieben, weil es sich millionenfach verkauft hat. Damit hätte ich ein hübsches finanzielles Polster und könnte mir die Zeit nehmen, das Buch zu schreiben, das ich wirklich gern geschrieben hätte.
Was nervt dich an anderen, an dir selbst und was nervt andere an dir?
An anderen nervt mich häufig, dass sie viel, viel mehr Geld besitzen als ich. An mir selbst nervt mich, dass ich zu wenig Geld besitze. Andere nervt an mir, dass ich zu oft über Geld rede.
Schreiben: Leidenschaft oder harte Arbeit?
Wenn ich etwas mitzuteilen habe, schreibe ich es sehr gerne auf, und das macht natürlich auch Arbeit. Schreiben allein aus Leidenschaft? Nein.
Notizbuch oder Computer?
Computer und Notizbücher kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. Computer sind universell programmierbare Rechenanlagen. Mit ihnen können wir große Datenmengen verarbeiten, komplizierte Berechnungen durchführen, Produktionsstraßen steuern oder kleine Raupenfahrzeuge autonom über den Mars rollen lassen. Mit einem Notizbuch ist das undenkbar. Das Notizbuch eignet sich für mich ganz gut, um unterwegs mal eine Idee zu speichern. Das vollendete Werk entsteht daheim am Computer.
Welches Buch möchtest du unter keinen Umständen geschenkt bekommen?
Fünf Wochen im Ballon von Jules Verne. Das habe ich schon zweimal.
Heute kommt übrigens der neue Roman von Tube-Tobias Herre raus und wer jetzt Lust bekommen hat, den sympathischen Surfpoeten einmal live zu erleben, hat dazu heute Abend Gelegenheit. Um 21 Uhr findet im Kaffee Burger die Roman-Release-Party von “Das Fehlerchen” statt.
